Katharina von Siena

  • Nonne, Mystikerin, Kirchenlehrerin OP
    geboren: 1347 in Siena, Italien
    gestorben: 29. April 1380 (1378?) in Rom, Italien
    Patronin von Italien (seit 1939); 2. Patronin von Rom (seit 1866); der Wäscherinnen; gegen Kopfschmerzen; gegen die Pest; der Sterbenden; der Dominikaner-Terziarinnen
    Darstellung: Abgebildet wird Katharina in der Tracht der Dominikaner-Terziarinnen (langes weißes Kleid mit dunklem Mantel). In der Hand hält die Kirchenlehrerin oft ein Herz, eine Lilie, ein Kreuz oder ein Buch.

    katharinavonsiena-1.jpgKatharina erblickte 1347 als 24. Kind der Färberfamilie Benincasa in Siena das Licht der Welt. Es war eine Zeit, in der Glaubensbegeisterung, die in den Jahrhunderten zuvor geherrscht hatte, immer mehr nachließ. Die Macht der Päpste und vor allem ihr Ansehen war gebrochen. Die Nachfolger Petri hatten ihren Sitz nach Avignon in Südfrankreich verlegt und waren dort in die Abhängigkeit von den französischen Königen geraten. In Italien schwelten überall Zwistigkeiten, Städte bekämpften sich gegenseitig - vor allem in der Toskana, der Heimat Katharinas -, der Adel unterdrückte das Volk und beutete es aus. In dieser unruhigen Zeit verlebte Katharina ihre Kindheit. Ihr Geburtshaus ist noch heute in der Via S. Caterina zugänglich. Das Gebäude ist jetzt eine Gebetsstätte; im Untergeschoss befinden sich der Wohnraum der Heiligen mit Reliquien, in einer der beiden Kapellen im Obergeschoss das Kruzifix, vor dem sie Visionen hatte und am 1. April 1375 die Wundmale Christi (Stigmata) empfing.

    Im Alter von zwölf Jahren sollte Katharina auf Wunsch ihrer Eltern heiraten. Sie lehnte dies jedoch ab und musste daraufhin von den enttäuschten Eltern viel erleiden. Als ihr Gesicht dann noch durch eine Pockenkrankheit entstellt wurde, lebte Katharina fortan völlig zurückgezogen in der häuslichen Abgeschiedenheit, ganz der Arbeit im elterlichen Betrieb zugetan. Mit 18 Jahren trat Katharina Benincasa den Dominikaner-Terziarinnen von Siena bei. Aufopfernd pflegte sie in den folgenden Jahren Kranke und Sterbende. 1374 ging sie nach Pisa und kümmerte sich um die Opfer einer verheerenden Pestepidemie. Dabei steckte sie sich selbst an, was sie aber nicht vom weiteren Dienst für die Kranken abhalten konnte.

    Im Laufe der Jahre wurde Katharina, obwohl noch jung an Jahren, zur begehrten Ratgeberin von Fürsten und Persönlichkeiten der Kirche. Ihr gelang es, Paps Gregor XI. aus Avignon nach Rom zurückzuholen. Als 1378 das Abendländische Schisma ausbrach, stellte sich Katharina auf die Seite des rechtmäßigen Papstes Urban VI. und forderte laut dessen Anerkennung. Auf seinen Wunsch hin zog sie nach Rom, wo sie sich bis an ihr Lebensende für die Einheit der Kirche aufarbeitete.

    Doch Katharina war nicht überall geschätzt. Immer wieder wurde sie verleumdet, oft musste sie sich wegen ihres Verhaltens rechtfertigen. Ein Beispiel: Einem frierenden Bettler gab sie ihren Ordensmantel, damit er sich wärmen konnte. Doch zu jener Zeit war es für eine ehrbare Frau unschicklich, ohne Mantel auf die Straße zu gehen. Als sie deswegen kritisiert wurde, antwortete Katharina ruhig: "Ich will mich lieber ohne Mantel als ohne Liebe finden lassen." Zum Tod Verurteilten stand sie bei der Hinrichtung so lange bei, dass sie oft sogar vom Blut der Hingerichteten gezeichnet war.

    Katharina von Siena, die die empfangenen Wundmale bis zu ihrem Tod verborgen hielt, starb am 29. April 1380 im Alter von 33 Jahren.

    Hinweise

    Quelle
    Schauber-Schindler, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf