Jonas

  • Prophet (Altes Testament)

    Darstellung: Jonas wurde meist mit einem großen Fisch oder einem Seeungeheuer dargestellt, das ihn verschlingt oder wieder ausspeit. Dies beruht auf der Legende, dass der Prophet von einem Meerestier verschlungen, nach drei Tagen aber wieder unversehrt an Land gespieen worden sei.

    jonas-1.jpgJonas heißt der Prophet eines Buches im Tanach, das von ihm erzählt. Es gehört zum Zwölfprophetenbuch und bildet darin eine besondere literarische Gattung, weil es keine Sammlung von Prophetenworten ist, sondern eine biblische Erzählung über einen Propheten, seine Sendung nach Ninive und seine Belehrung durch JHWH, den Gott Israels.


    Inhaltsangabe


    1. Kapitel

    Die Erzählung beginnt damit, dass Jona von Gott den Auftrag erhält, nach Ninive zu gehen und der Stadt und ihren Bewohnern ob ihrer Bosheit ein Strafgericht Gottes anzudrohen. Jona macht sich zwar auf den Weg, jedoch nicht in Richtung Osten nach Ninive (heutiger Irak), sondern nach Jaffa (Jafo), wo er ein Schiff nach Tarsis (Tarschisch, vermutlich Tartessus im heutigen Spanien) besteigt; er flieht also von Israel aus gesehen in die entgegengesetzte Richtung. Gott entfacht einen gewaltigen Sturm, durch den das Schiff in Seenot gerät. Durch das Los wird Jona als Verantwortlicher entlarvt, der seine Schuld bekennt und vorschlägt, sich ins Meer werfen zu lassen. Nachdem die Seeleute zunächst ergebnislos versucht haben, durch Rudern an Land zu kommen, werfen sie Jona doch noch ins Meer. Da der Sturm augenblicklich aufhört, bekehren sich die Seeleute zu JHWH.


    2. Kapitel
    Jona wird von einem großen Fisch verschlungen. In dessen Bauch betet er und wird nach drei Tagen und drei Nächten wieder an Land ausgespien.


    3. Kapitel
    Jona erhält nun noch einmal denselben Auftrag wie zu Beginn; diesmal geht er tatsächlich nach Ninive, um dort zu verkündigen, dass nur noch vierzig Tage bis zur Zerstörung der Stadt bleiben. Diese Ankündigung löst bei den Niniviten eine Bußbewegung aus, die die ganze Bevölkerung einschließlich der Tiere umfasst. Die Buße führt dazu, dass Gott die Stadt begnadigt, das angekündigte Gericht also nicht vollstreckt.


    4. Kapitel
    In Jona löst diese Begnadigung der Stadt großen Zorn aus. Er war zur Flucht nach Tarsis aufgebrochen, weil er wusste, dass Gott ein gnädiger und barmherziger Gott ist, der das Gericht über die Stadt letztlich nicht vollstrecken wird. Nun, nach der Begnadigung Ninives, wünscht er sich den Tod.


    Offenbar in einer Rückblende wird daraufhin erzählt, wie Jona nach der Verkündigung in Ninive die Stadt verließ und sich außerhalb eine Laubhütte erbaute, um das Kommende abzuwarten. Gott ließ über diese Hütte eine Rizinusstaude wachsen, wodurch er Jona Schatten verschaffte und ihn erfreute. Aber am nächsten Morgen ließ Gott den Rizinus verdorren. Zusätzlich ließ er einen heißen Ostwind aufkommen, der bei Jona Ohnmacht und den Wunsch zu sterben hervorrief.

    Im Blick auf diese „Rizinusepisode“ fragt nun Gott den über die Begnadigung Ninives erzürnten Propheten:

    „Dich jammert die Staude, um die du dich nicht gemüht hast, hast sie auch nicht großgezogen, die in einer Nacht ward und in einer Nacht verdarb; und mich sollte nicht jammern Ninive, eine so große Stadt, in der mehr als 120.000 Menschen sind, die nicht wissen, was rechts und links ist, dazu auch viele Tiere?“

    Jona 4, 10 f. nach der revidierten Luther-Übersetzung von 1984.


    Damit endet die Erzählung, ohne dass eine Antwort oder anderweitige Reaktion Jonas auf diese Frage berichtet würde.


    Jonas wird von einem großen Fisch verschlungen


    Hinweise

    Quelle
    Wikipedia