Augsburg, Bayern

  • Das Kloster Heilig Kreuz Augsburg ist ein ehemaliges Kloster der Augustiner-Chorherren in Augsburg in Bayern in der Diözese Augsburg. Seit 1936 ist es ein Dominikanerkloster. Auf dem Gelände befinden sich auch die katholische und die evangelische Heilig-Kreuz-Kirche.

    augsburg-1.jpgDas dem Heiligen Kreuz geweihte Kloster wurde 1167 durch Bischof Konrad von Augsburg von Muttershofen (Lützelburg) in die Augsburger Vorstadt verlegt. Zuvor befand sich an dieser Stelle ein Pilgerhospiz „zum Heiligen Kreuz“, welches zu Zeiten des Bischofs Ulrich eingerichtet wurde. 1199 entstand die Wallfahrt zur Bluthostie („Wunderbarliches Gut“). Auf dem Klosterfriedhof befand sich seit 1210 die Ottmarskapelle, die 1450 neu erbaut wurde und 1525 an die Protestanten übertragen wurde (evangelische Heilig-Kreuz-Kirche). In den Jahren 1239 bis 1245 wurde eine Neugründung des Klosters vollzogen. Von 1492 bis 1508 erfolgte der Bau einer Stiftskirche (katholische Heilig-Kreuz-Kirche). Mit Beginn der Reformation erfolgte die Gründung einer evangelischen Pfarrgemeinde. Das Kloster wurde 1802/03 im Zuge der Säkularisation aufgelöst in eine Kaserne umgewandelt. Die Kirche wurde Filiale der Dompfarrei mit einem Wallfahrtsbeneficium. In den Klostergebäuden wurde später eine Bauschule untergebracht. Im Jahr 1932 übernahmen Dominikaner die Klosteranlage von Heilig Kreuz.



    Im Zusammenhang mit der Heilig-Kreuz-Kirche soll sich 1199 ein Hostienwunder ereignet haben. Die Überlieferung berichtet von einer Frau, welche dort 1194, nach der Kommunion, heimlich die Hostie aus ihrem Mund genommen habe, sie nach Hause mitnahm und dort mit Wachs umhüllte, um sie dauerhaft aufzubewahren. Fünf Jahre besaß sie die konsekrierte Hostie daheim, als sie Gewissensbisse bekam und die Tat beichtete. Weil sich die Hostie in dem Wachs zwischenzeitlich merkwürdig verändert hatte, informierte man den Bischof Udalschalk darüber, welcher sie in den Augsburger Dom bringen ließ, wo sie vor den Augen vieler Menschen, während einer Messe so angeschwollen sei, dass sich das Wachs von alleine ablöste. Die Quellen berichten ferner, die Hostie sei blutrot bzw. fleischartig gewesen und hatte sich in zwei Teile aufgespalten die gleichsam durch Äderchen zusammenhingen. Deshalb brachte man sie in einer feierlichen Prozession nach Heilig-Kreuz zurück, bewahrte sie, zusammen mit der Wachshülle, dort dauerhaft in einer Kristallschale auf und verehrte sie fortan in besonderer Weise. Jedes Jahr am 11. Mai wurde in dem Gotteshaus das „Fest des Wunderbarlichen Gutes“ gefeiert und man erhob es zur Pfarrkirche. Die Wallfahrt erlangte überregionale Bedeutung. Im 13. Jahrhundert stiftete die Adelsfamilie von Rechberg einen in Silber getriebenen rechteckigen Schrein, der mehrfach verändert und verziert, noch heute der Aufbewahrungsort (Monstranz) des Heiligtums ist. 1486 unterstützte der berühmte Theologe Johann Geiler von Kaysersberg die Wallfahrt durch persönliche Predigten in Augsburg. 1494 fand eine genaue Untersuchung durch Bischof Friedrich II. von Zollern statt. Der Oberhirte und sein Domkapitel konstatierten „dass nach fast 300 Jahren nicht Staub, noch Farbe, sondern eine sehr dicke, fleisch- und blutähnliche Gestalt“ vorhanden sei. Bei der 1716 bis 1719 vorgenommenen Barockisierung des Kircheninnenraums erfolgte der Bau einer repräsentativen Kuppel über der Bluthostie, dem sogenannten „Wunderbarlichen Gut“. Nach mehrfachen umständebedingten Auslagerungen wird es mit seiner Prunkmonstranz bis heute in der Kirche aufbewahrt.


    Hinweise

    Quelle
    Wikipedia