Johannes (von) Nepomuk

  • Generalvikar, Märtyrer
    geboren: um 1350 in Pomuk, Tschechei
    gestorben: 20. März 1393 in Prag, Tschechei
    Patron von Böhmen; der Priester und Beichtväter; der Brücken; der Schiffer, Flößer, Müller; gegen Verleumdung; für Verschwiegenheit; des Beichtgeheimnisses; gegen Wassergefahren; 2. Patron des Jesuitenordens; des Hauses Habsburg
    Darstellung: Ein Priester mit Stola, das Birett auf dem Kopf, Palme, Buch und Kreuz in der Hand, einen Finger auf den Mund gelegt (als Symbol für das Beichtgeheimnis). Häufig ist Johannes Nepomuk zusammen mit weiteren Heiligen abgebildet, z.B. mit Franz Xaver.

    johannesnepomuk-1.jpgJohannes von Nepomuk wurde um das Jahr 1350 als Sohn eines Richters in Pomuk in der Nähe von Pilsen geboren. Nach einer guten Ausbildung in einem Zisterzienserkloster studierte er an Prager Universität, die Kaiser Karl IV. wenige Jahre zuvor, 1348, gegründet hatte. Johannes erwarb sich hier die Doktorwürde im Fach Theologie und später in Padua im kanonischen Recht. Er galt als überdurchschnittlich gelehrt und hatte eine große berufliche Zukunft vor sich. Er aber hatte für sich einen anderen Weg vor Augen: Seelsorger wollte er werden.
    Nachdem er zehn Jahre lang Notar an der erzbischöflichen Gerichtskanzlei in Prag gewesen war, empfing Johannes von Nepomuk 1380 die Priesterweihe und wurde Pfarrer an der Galluskirche in der Prager Neustadt, wo er sich besonders um die deutschen Kaufleute kümmerte. In den folgenden Jahren hatte Johannes weitere wichtige Kirchenämter inne, und im Jahr 1389 wurde er von Erzbischof Johann von Jenzenstein zum Generalvikar der Erzdiözese Prag ernannt. Dieses Amt entsprach den umfassenden Fähigkeiten von Johannes, jedoch wurde seine Arbeit wegen der andauernden Übergriffe durch König Wenzel IV. ständig schwieriger. Wenzel, der Sohn von Karl IV., war 1376 zum deutschen König gewählt worden. Johannes Nepomuk wurde auch immer wieder in die erbitterten Auseinandersetzungen zwischen dem König und Erzbischof Jenzenstein hineingezogen.
    Am 20. März nahm das Urteil seinen Lauf. Zusammen mit dem Offizial und dem Propst von Meißen wurde Johannes Nepomuk vom König gefangen genommen. Wenzel ließ Johannes grausam foltern und misshandeln. Der König vergaß sich in seinem rasenden Zorn schließlich vollkommen und griff selber zu den Pechfackeln, mit denen er den Körper von Johannes von Nepomuk brannte. Danach wurde der mutige Kirchenmann durch die Straßen Prags gezerrt und mit gefesselten Händen und Füßen von der Karlsbrücke in die Moldau gestoßen.





    Die Zunge des heiligen Johannes von Nepomuk


    Am 20. März 1393 wurde Johannes von Nepomuk mit zwei weiteren Geistlichen (N. Puchnik und W. Knobloch) durch König Wenzel gefangengenommen. Was war geschehen? Wir wissen es bis heute nicht genau. Die zeitgenössischen Quellen geben keinen Grund für das Strafgericht des gewalttätigen und unbeliebten Königs an. Man kann als sicher annehmen, daß es sich um eine Art "Amtsgeheimnis" handelte. In der Kaiserchronik, die vierzig Jahre nach dem Tod des heiligen Johannes von Nepomuk geschrieben wurde, steht zu lesen: Nepomuk war der Beichtvater der Königin. König Wenzel wollte erfahren, was seine Frau dem Priester unter dem Siegel des Beichtgeheimnisses anvertraut hatte. Doch Johannes wahrte das Geheimnis - trotz grausamer Folter.

    Schließlich ließ König Wenzel den treuen und verschwiegenen Priester Johannes von Nepomuk von der Moldaubrücke in den reißenden Fluß stürzen und auf diese Weise ermorden.



    Hinweise

    Quelle
    Schauber-Schindler, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf