Wemding, Bayern

  • Die Wallfahrtskirche Maria Brünnlein befindet sich in Wemding im Bistum Eichstätt. Bei der Wallfahrt Maria Brünnlein zum Trost wird seit dem 17. Jahrhundert vor allem eine aus Holz geschnitzte Marienfigur verehrt. Viele Pilger verbinden den Besuch der Wallfahrtskirche mit einem Trunk aus dem Gnadenbrünnlein.

    wemding-1.jpgDer Anfang der Wallfahrt Maria Brünnlein liegt in mancherlei Hinsicht im Dunkeln. Fest steht, dass um das Jahr 1680 ein junger Mann namens Franz Forell – möglicherweise aus Rom – eine Marienfigur, das heutige Gnadenbild, in seine Heimatstadt mitbrachte. Wemding war damals eine kleine katholische bayerische Exklave im protestantisch geprägten schwäbisch-fränkischen Grenzgebiet. Obwohl Franz Forell bereits 1681 Wemding für immer verließ, hielten seine Angehörigen das Bildnis Mariens mit dem Jesuskind auf dem linken Arm hoch in Ehren.
    Schlagartig bekannt wurde diese Marienfigur, als der Überlieferung nach ein evangelischer Reitersmann, der an heftigen Kopfschmerzen litt, Hilfe fand, nachdem er vor dem Bildnis vertrauensvoll gebetet hatte. Diese Gebetserhörung zog es nach sich, dass sich das Forellsche Anwesen fast über Nacht zu einer privaten Wallfahrtsstätte entwickelte – sehr zum Leidwesen des Stadtpfarrers Johann Schaf. Er holte das Marienbild kurzerhand in den Pfarrhof, wo es zunächst in Vergessenheit geriet.
    Der Wemdinger Mittagsprediger Reinhard Köhler – der Schwager von Franz Forell – war auf dem Heimweg von einem nächtlichen Versehgang, als ihm plötzlich am Schillerbrünnlein, einer Wassersammelstelle unterhalb der Quelle, eine Art unsichtbare Wand den Weg versperrte. Voller Angst legte er das Gelübde ab, an jener Stelle eine Kapelle für das vergessene Marienbildnis zu bauen. Der Weg war sofort frei und 1692 löste der Priester sein Versprechen ein.
    Auch wenn die kleine Kapelle, in der die Marienfigur jetzt Aufnahme fand, nur sehr wenigen Leuten Platz bot, gewann sie zunehmend an Bedeutung.
    Am 25 Juni 1735 wollte die fünfzehnjährige Maria Regina Forell, eine Enkelin Franz Forells, das Bildnis mit Blumen schmücken. Dabei bemerkte sie, wie das Bild sich bewegte und Maria ihren Blick auf den Ort Wemding richtete. So groß die Skepsis der Kirchenoberen über dieses Ereignis war, so enorm war der Zuspruch des einfachen Volkes. Es wurde schnell deutlich: Eine neue Kirche wurde notwendig, Kompetenzstreitigkeiten verzögerten den Neubau. Mitten in diese Auseinandersetzungen kam die Nachricht, dass im Juni 1746 zahlreiche Pilger an zwei aufeinander folgenden Tagen so genannte Augenwenden wahrnahmen. Das Protokoll über den Vorfall nennt nicht weniger als 73 schriftliche Zeugen. Diese Ereignisse beschleunigten das Vorhaben sehr.
    Im August 1748 fand die Grundsteinlegung für die neue Kirche statt, an der rund 8000 Menschen teilnahmen. In Zeiten des knappen Geldes und unter der Regentschaft des Kurfürsten Max III. Joseph sollte es bis zum April des Jahres 1782 dauern, ehe die Rokokokirche soweit fertig gestellt worden war, dass sie geweiht werden konnte. Das letzte, weithin sichtbare Beispiel der berühmten Vorarlberger Barockbaukunst stammt von dem österreichischen Deutschordensbaudirektor Franz Joseph Roth. Fresken und Stuckarbeiten sind Werke der Wessobrunner Stuckateure Johann Baptist Zimmermann und seines Sohnes Michael.



    Hinweise

    Quelle
    Wikipedia